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Das Heft Nr. 166/167 von Psychologie & Gesellschaftskritik ist erschienen
( Psychologie & Gesellschaftskritik 2018, 42. Jg., H. 2/3 (Nr. 166/167).
Ich habe es herausgegeben zusammen mit Daniel Schnur (Klagenfurt) unter dem Titel

KRITISCHE PSYCHOTHERAPIE



Im Editorial schreiben wir:

In Publikationen diverser kritisch-psychologischer Ansätze, die vor den 1990er Jahren geschrieben wurden, finden sich allerhand Auseinandersetzungen im Spannungsfeld Individuum-Gesellschaft in der psychotherapeutischen Theorie und Praxis. Solche Diskussionen scheinen aber in jüngeren Jahren abgebrochen zu sein. Obwohl (oder womöglich weil?) Psychotherapie im deutschsprachigen Raum seitdem einen deutlichen Professionalisierungs- und Institutionalisierungsschub erfahren hat, und die gesellschaftlichen Anforderungen an die Individuen sich enorm verändert haben, drehen sich aktuelle Debatten vor allem um Wirksamkeit und Effektstärken unterschiedlicher therapeutischer Methoden. Fragen nach der gesellschaftlichen Funktionalität von Psychotherapie, deren Reflexion sowie nach Annäherungen an mögliche emanzipatorische Potentiale kommen kaum noch vor.

Dass eine Debatte um kritische-psychotherapeutische Praxis im ›neoliberalen‹ Kapitalismus nicht geführt wird, ist insbesondere deshalb verwunderlich, weil die empirischen Zusammenhänge von Ausbeutung, Armut und Diskriminierung mit psychischen Problemlagen offenkundig sind, und Psychotherapeut_innen nicht umhin können, die Relevanz gesellschaftlicher Bedingungen für individuelles Leid und Wohlbefinden anzuerkennen. Ohne eine wissenschaftliche Diskussion, die dies berücksichtigt, kann Theorie kaum zur Orientierung für die Praxis dienen. …


Das Heft beinhaltet folgende Beiträge:

Angelika Grubner, 
Die Verstrickung von Psychotherapie und neoliberaler Politik   (S. 7-23)
Leonie Knebel
, Muss Psychotherapie politisch werden? Nein, aber...   (S. 25-47)
Nora Ruck., Psychotherapie und Geschlecht – Zur Bedeutung von Geschlecht, feministischer Therapie und feministischer Ökonomie für die Psychotherapie   (S. 49-73)
Pia Andreatta
, Traumatisierung von Kindern durch Krieg und Flucht sowie ein kritischer Blick auf den klinischen Traumadiskurs   (S. 75-95)
Elisabeth Dokulil
, Psychoanalytische Praxis und politische Verhältnisse    (S. 97-113)
Moritz Thede, Eckart & Daniil Serko
, Von der Elfenbeinturm-Psychologie zur therapeutischen Praxis – Möglichkeiten einer kritisch-psychologischen Therapie?   (S. 115-137)
Erik Petter
, Verbalisierung emotionaler Erlebnisinhalte in einer ›kritischen Psychotherapie‹?   (S. 139-162)